Schon oft sind Momente wie dieser in die Geschichte eingegangen: der Stapellauf eines Schiffes, das zuvor viele Monate über von Ingenieuren in akribischer Arbeit gebaut wurde. Momente wie dieser sind zugleich Probe für das Material und die Technik, aber auch für die Besatzung, die das Schiff von nun an führen wird. Beim diesjährigen Science-Fiction-Event „Botanika goes space“ in Bremen war es nach mehrmonatiger, intensiver Findungs- und Strukturierungsphase endlich soweit: das Team des Lernraumschiffes U.S.S. Hanseatic von der Vision Space Academy absolvierte seinen ersten eigenständigen Brückenflug mit Kindern und Jugendlichen im VisionVersum. Was dies bedeutet und wie es dazu kam – hierzu mehr in diesem Artikel.
Bremen. Zu Beginn steht die Idee – in diesem Falle: auch Kindern und Jugendlichen aus Bremen und Niedersachsen ein Angebot im Bereich der immersiven, rollenspielbasierten Kinder- und Jugendförderung zu bieten, wie es die Vision Space Academy bereits erfolgreich in den Bereichen Münsterland sowie Kreis Unna durchführt. Neben regionaler Verbundenheit, um die Herausforderungen und Hürden der Kinder und Jugendlichen zu verstehen, benötigte es hierfür insbesondere Personen, die bereits Erfahrungen bei der Durchführung von Veranstaltungen mit dem immersiven System VisionVersum und dem pädagogischen Konzept des U.S.S. Vision e.V. gesammelt hatten. Durch Kontakte zu verschiedenen Star-Trek-Fangruppen hatten seit 2022 immer wieder Interessierte ihren Weg in die Reihen des U.S.S. Vision e.V. gefunden, der selbst bereits dreimal erfolgreich ein Angebot zur Botanika goes Space beigesteuert hatte. Den Schritt, die diesjährige Botanika goes Space schließlich als erste eigenständige Mission durchzuführen, ging von Merlin Hankel aus, der den Verein seit 2024 unterstützt und durch die Teilnahme an verschiedensten Veranstaltungen bereits Erfahrungen in den zentralsten Rollen auf der Brücke hatte sammeln können

Mit logistischer und personeller Unterstützung aus der Heimatbasis des Vereins in Münster wurde der Rahmen des Angebotes in Bremen so gesteckt, dass auch neue Mitglieder des Teams wie zum Beispiel Silvia K. schnell und sicher einen Weg in die Abläufe und Themen auf der virtuellen Brücke finden konnten, so wurden im Laufe des Samstages unter anderem Technik-Trainings und Leitungsübungen durchgeführt, um das Team allmählich auf ihre erste eigene Brückenmission vorzubereiten.
Im Fokus standen hier auch Henrike Lüttmann und Nico Thon, die im Rahmen des Erstfluges in ihren Rollen als Erster bzw. Zweiter Offizier der U.S.S. Hanseatic eingesetzt werden sollten und so das zusammenwirken der einzelnen Stationen auf der Brücke für die Kinder und Jugendlichen transparent koordinieren würden, was für beide eine völlig neue Erfahrung war. „Ich bin mehr als stolz auf das Team“, berichtet Merlin Hankel, der auch bei der Erarbeitung des Missionskonzeptes zum Thema Bionik & Pflanzenkunde im pädagogischen Team des Vereins mitgewirkt hatte. Das bereits an anderen Standorten erprobte Konzept eignete sich somit nicht nur thematisch wegen seiner Anbindung an den Ort, sondern auch wegen seines stringenten und durchdachten Ablaufes ideal für diese Mission. Für weitere Sicherheit sorgte Crewmitglied Hannah N., die bereits in Münster viel Erfahrung in der Handhabung der Brücke sammeln konnte sowie Heiko J., der mit einer speziellen Regiekonsole die Brücke zusätzlich unterstützte.

Am Samstagabend war es schließlich soweit: mit Schließen der Brückentür und dem symbolischen „Lösen der Halteklammern“ des virtuellen Raumschiffes aus dem Raumdock startete die Crew der U.S.S. Hanseatic zum ersten Mal eigenständig mit sechs Kindern und Jugendlichen in das VisionVersum. Unter innovativer Nutzung der Stellwand-Module, die der Verein im Rahmen des Projektes „Raumschiff der Zukunft“ in diesem Jahr hergestellt hatte und die der Crew einen Gesamtüberblick über die Brücke verschafften, schaffte es die Crew der U.S.S. Hanseatic schon nach kürzester Zeit, ein angenehmes, produktives und teamorientiertes Klima auf der Brücke herzustellen und den Kindern und Jugendlichen ein authentisches, immersives Abenteuer zu unbekannten Sternen und Planeten zu bieten. „Boah, sowas habe ich noch nie erlebt“, berichtet eines der Kinder direkt im Anschluss an den virtuellen Flug.

Besonders war der Erstflug der U.S.S. Hanseatic aber auch für das in Münster (Westf.) beheimatete Team der Vision Space Academy, die alle regionalen Teams des Vereins logistisch, technisch, aber auch pädagogisch mit passenden Themen & Konzepten unterstützt und managed. So konnten am darauf folgenden Sonntag weitere Missionen absolviert und auch Begleitprozesse wie z.B. der Auf- und Abbau der Technik und Feedback-Schleifen abgestimmt und eingeübt werden. Mit Abschluss der Botanika goes Space 2026 blickt der Verein stolz auf ihre „brückentaugliche“ Crew im Norden.
